das laboratorium mundi des herrn agrippa

Musik: Ludger Kisters
Libretto: Astrid Vehstedt
Musikalische Leitung: Hans Rotman

Agrippa: Tim Grote 
Kathrinchen/Papst/Bäuerin: Christiane Mikoleit
Herr E. : Carola Reichenbach
Dr. L.: Daniel Böhm
Adam Ries: Sascha Borris
junge philharmonie thüringen 
UA: Erfurt 11.12.2002

          Synopsis

In einem von Wirtschaftskrisen, Unruhen und Zensur aufgewühlten Land präsentiert Herr Agrippa, Wahrsager, Astrologe , Wunderdoktor und Alchimist, sein laboratorium mundi, wo immer sich eine Gelegenheit bietet. In ihm treten bekannte Persönlichkeiten der Zeitgeschichte auf. Zur Zeit sind es ein gewisser Erasmus und ein gewisser  Dr. Ludher, die mit ihren Aussagen und Streitigkeiten die Welt in Bewegung halten. Auch über Adam Riese, der mit neuartigen Rechenkünsten der Wirtschaft neue Impulse zu geben vermag, wird viel gesprochen. Und dann ist da noch Kathrinchen, eine Frau aus dem Volke mit einer multiplen Persönlichkeitsstörung. Wo und wie Herr Agrippa seine Leute rekrutiert hat, bleibt weitgehend im Dunkeln.

Prolog
In dem denkwürdigen Jahre, als die große Flut prophezeit wurde, versammelte der Herr Agrippa die Großen seiner Zeit in seinem kleinen laboratorium mundi.

Szene 1. Disputatio
Herr E. und Dr. L. streiten darüber, ob der Wille des Menschen frei sei oder „einzig von Gottes Gebot“ abhinge. Der schüchterne Herr E. erhält Unterstützung vom Papst und von Adam, der ansonsten in die Welt seiner Zahlen versunken ist. Durch die Front, die gegen ihn aufgebaut wird, gerät Dr. L. in einen zunehmend paranoiden Zustand und droht schließlich, Herrn E., den er für den Teufel hält, zu erwürgen. Agrippa interveniert.

Szene 2. Das kleine Einmaleins - Quiz-Show
In einem tranceartigen Zustand hört Adam Stimmen, die ihm durch Zahlenkonstruktionen Prophezeiungen übermitteln. Unter Agrippas Einfluss wird dieser Zustand beendet. Adam gibt einige Beispiele seiner Rechenkunst zum Besten. Das Publikum und schließlich auch die Protagonisten testen seine Hellsichtigkeit. Das wiederum führt in die prophetische Dimension des Anfangs zurück. Die Stimmen, die Adam hört, werden übermächtig. Unter ihrer Wucht bricht er zusammen.

Szene 3. Visionen Krieg und apokalyptische Landschaft
Dr. L. wühlt in einem Stapel Schriften. Er zieht eine Art Bilanz: missverstanden und verfolgt als eine Art deutscher Messias sei er gewesen, habe aber immer das Fünfte Gebot geachtet. Herr E. und Dr. L. geraten erneut in Streit über die Bedeutung der Wissenschaft, die Dr. L. ablehnt. Kathrinchen unterbricht den Streit mit einem Augenzeugenbericht über eine Kriegshandlung. Für sie haben Streitereien der Männer über Wissenschaft und Theologie letztendlich nur eine Konsequenz, nämlich Krieg und Gewalt. Unter dem Einfluss Agrippas fallen die Protagonisten wieder in einen tranceartigen Zustand, aus dem heraus sie von Visionen einer apokalyptischen Zeit heimgesucht werden. Das letzte Wort hat Herr E.: 
"Wohin ich schaue/
ist alles anders geworden/
ich stehe auf einer anderen Bühne/
und blicke in eine andere Welt."

©astrid vehstedt 2002